Rückblick auf die historischen Ereignisse im Herbst '89

Polizeiketten auf dem Nikolaikirchhof

Am 11. September 1989 hatten Bereitschaftspolizei und Staatssicherheit den Nikolaikirchhof in Leipzig nahezu hermetisch abgeriegelt. Die Besucher des Gottesdienstes standen massiven Absperrketten gegenüber. An jenem Tag kam es zu 104 Verhaftungen. Die DDR-Staatsmacht wollte ein Exempel statuieren, ging mit äußerster Härte vor. Einige Personen mussten bis zur Amnestie Ende Oktober in Haft bleiben. Sie waren im Schnellverfahren per Strafbefehl ohne mündliche Verhandlung zu Haftstrafen zwischen vier und sechs Monaten verurteilt worden. Der Vorwurf: Zusammenrottung.

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Erste große Demo auf dem Ring

Am 25. September 1989 fand die erste große Montagsdemo statt, bei der die Menschen über den Leipziger Ring zogen. Die Nikolaikirche war zum Friedensgebet um 17 Uhr bis auf den letzten Platz besetzt. Das Gotteshaus musste an jenem Tag wegen Überfüllung geschlossen werden. Draußen marschierten erneut Bereitschaftspolizei und Staatssicherheit auf, die den Nikolaikirchhof wie an den Montagen zuvor hermetisch abriegelten. Trotz der Präsenz versammelten sich 1000 Menschen vor der Kirche.

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Sprechchöre: "Wir bleiben hier!"

Nach der ersten großen Montagsdemo am 25. September, als mehr als 5000 Menschen erstmals vom Karl-Marx-Platz über den Georgiring bis zum Friedrich-Engels-Platz gezogen waren, lagen bei vielen Funktionären des SED-Machtapparates die Nerven blank. Hektisch wurden Maßnahmen ergriffen, um vom Westen gesteuerte "antisozialistische Aktivitäten in der Stadt Leipzig" zurückzudrängen.

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Polizei setzt Wasserwerfer ein

Im Volk brodelte es längst: Dennoch feierte die Partei- und Staatsführung in Berlin den 40. Jahrestag der DDR. Bereits am Abend vorher waren 100.000 Jugendliche an SED-Generalsekretär Erich Honecker und den Ehrengästen vorbeimarschiert. Auch eine Militärparade gab es. In Leipzig herrschte am Republikgeburtstag höchste Sicherheitsstufe. Selbst die Kampfgruppen saßen in Hausbereitschaft. Ein Friedensgebet stand an jenem Tag aber nicht an - der 7. Oktober war ein Sonnabend. Auf dem Marktplatz herrschte fröhliches Treiben - bei den alljährlichen Markttagen.

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Der Tag der Entscheidung

Der 9. Oktober 1989 ist der Tag der Entscheidung. Seit den frühen Morgenstunden hängen Bettlaken an der Nikolaikirche. "Leute, keine sinnlose Gewalt, reißt euch zusammen", ist darauf zu lesen. Bürgerrechtsgruppen um Pfarrer Christoph Wonneberger haben einen Appell verfasst, der 25.000 mal mühsam vervielfältigt und später verteilt wurde. Darin wird zum Verzicht auf Gewalt aufgerufen.

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Historische Fotos vom Herbst '89