Lichtfest Leipzig - Das Programm

Programm Lichtfest Leipzig 2018

Fokus Teilhabe

Mit dem Aspekt der Teilhabe stellt das Lichtfest Leipzig 2018 wieder eine zentrale Forderung der Friedlichen Revolution in den Fokus und fragt unter dem Gesamtmotto: „ich. die. wir.“ danach, wie es heute darum in unserer Gesellschaft steht. Dabei nimmt es speziell die Teilhabe von Frauen in der Gesellschaft in den Blick. Einhundert Jahre nach der Einführung des Wahlrechts für Frauen in Deutschland steht deren Rolle u.a. in der Bürgerbewegung und der Friedlichen Revolution im Fokus.

Weibliches Ensemble

Das Programm des Lichtfestes wird 2018 komplett von Frauen gestaltet. Szenischer Mittelpunkt ist ein Ensemble aus Musikerinnen und Schauspielerinnen.

Fünf Darstellerinnen rezitieren kurze Texte, in denen der subjektive Bezug Teilhabe und Demokratie in den Mittelpunkt rückt. Als Recherchegrundlage für diese Passagen dienten Gespräche mit Zeitzeuginnen aus der Bürgerrechtsbewegung ebenso wie bereits dokumentierte Aussagen sowie die Auswertung von Stasi-Unterlagen. Daraus entstanden literarisierte „Wortfetzen“ und Textfragmente, die wahlweise als störende oder verbindende Elemente mit Musik und Video interagieren.

Musikauswahl

Die ausgewählten Musikstücke, darunter eine Uraufführung, stammen bis auf eine Ausnahme von Komponistinnen. Die Werke aus unterschiedlichen Epochen wurden für das Lichtfest so zusammengestellt und bearbeitet, dass sich aus dem Zusammenspiel von Musik, Wort und Video ein neues künstlerisches Gesamtwerk ergibt. Während in der Videoebene eine markante Bildsprache das Thema im Kontext der Zeitläufe zeigt, werden die Wortbeiträge in die ausgewählten Musikstücke integriert, sei es als Unterbrecher oder auch im gleitenden Übergang zwischen einzelnen Sätzen bzw. Musikstücken. So entsteht eine rhythmische Komposition, die von der Musik geführt wird.

Natürlich sind die Besucher auch in diesem Jahr wieder herzlich eingeladen, aus Tausenden Kerzen gemeinsam eine leuchtende „89“ zu bilden.

20 Uhr: Augustusplatz Leipzig

Mitwirkende

Eva Meitner, Chefdirigentin des „Freien Orchesters Leipzig“
Eva Meitner
Foto: Franzis von Stechow

Eva Meitner, Jahrgang 1983, ist eine deutsch-französische Dirigentin. Seit Januar 2015 ist sie Chefdirigentin des Sinfonischen Orchesters Hoyerswerda und seit 2018 Chefdirigentin des Freien Orchesters Leipzig. Darüber hinaus ist sie Dirigentin bei Projekten des KONZERTCHORES LEIPZIG (seit 2018). Zum Sommersemester 2015 wurde sie als Lehrbeauftragte im Fach Dirigieren an der Universität Erfurt berufen. Seit der Saison 2017/18 widmet sie sich auch wieder verstärkt der Kammermusik und ist Pianistin beim Duo TastoCorno sowie beim Trio CornoVoce. Zudem ist sie seit dem Wintersemester 2017/18 als Mentorin im Rahmen des Mentoring Arts (m-arts) Programm der Hochschule für Musik und Theater Leipzig tätig.

„100 Jahre Frauenwahlrecht sind eine große Errungenschaft der Emanzipation. Durch das Aufführen der Werke der Komponistinnen Ethel Smyth, Amy Beach, Alice Mary Smith, Fanny Hensel, Susanne Hardt und des Komponisten Moritz Eggert (der sich aktuell bewundernswert für die Stärkung der Frauenrechte engagiert) möchten wir unseren Beitrag auch auf musikalischer Ebene leisten. Kein Ort erscheint mir dafür geeigneter als Leipzig, die Wiege der deutschen Frauenbewegung und die Stadt, die aufgrund der Friedlichen Revolution zu einem Sinnbild für Frieden und Freiheit geworden ist. Es ist mir eine große Ehre mit dem Freien Orchester Leipzig das diesjährige Lichtfest musikalisch zu gestalten und den Mut, die Stärke und das Selbstbewusstsein dieses bedeutsamen Ereignisses auf diese Weise zu würdigen.“

Freies Orchester Leipzig

Das „Freie Orchester Leipzig“ besteht aus 24 Musikerinnen, die sich eigens für das Lichtfest erstmals zusammenschließen.

Besetzung: 5 Erste Violinen, 4 Zweite Violinen, 3 Bratschen, 2 Violoncelli, 1 Kontrabass, 1 Flöte, 1 Oboe, 1 Klarinette, 1 Fagott, 1 Horn, 1 Trompete, 1 Posaune, 1 Klavier, 1 Pauke.

Violinen: Prof. Kathrin ten Hagen (Konzertmeisterin), Sarah Hyang, Uta Schreiber, Katharina Guhlmann, Charlotte Tauber, Juhwui Lee, Maasa Morimoto, Leonie Pahlke, Hayoung Song
Bratschen: Antje Dietzmann, Cora-Sophie Schwanebeck, Shir-Ran Yinon
Violoncelli: Antje Nürnberger, Ilka Grießer
Kontrabass: Astrid Pfister
Flöte: Almuth Maria Donner
Oboe: Ilka Dinter
Klarinette: Antje Taubert
Fagott: Claire Hochschild
Horn: Katharina Hesse
Trompete: Maria Döhler
Posaune: Laura Benito Meigide
Klavier: Sibylle Stier
Pauke/Schlagwerk: Annegret Schmidt

Susanne Hardt, Komponistin
Susanne Hardt
Foto: privat

Für das Lichtfest Leipzig komponierte Susanne Hardt „Ballots Ballet“. Susanne Hardt wurde 1993 in Mainz geboren. 2016 schloss sie ihr Bachelorstudium mit dem Hauptfach Musiktheorie bei Prof. Dr. John Leigh und dem Nebenfach Komposition bei Manos Tsangaris in Dresden an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber ab und begann ein Masterstudium mit dem Hauptfach Filmmusik an der Filmuniversität Konrad Wolf in Potsdam Babelsberg. Für ihre Kompositionen wurde Susanne Hardt mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem 1. Preis beim Wettbewerb für Filmmusik und Sounddesign des Leipziger Filmfestivals „Kurzsüchtig“ (April 2014). 2015 wurde sie von der Musikhochschule in Dresden mit dem Carl-Maria-von-Weber-Stipendium ausgezeichnet.

„Friedliche, gewaltfreie Proteste sind wichtig, damit sich etwas in der Gesellschaft ändert, ohne dass Menschen deswegen zu Schaden kommen. Ein beispielhaftes Ereignis, das zeigt, dass dies möglich ist, sind die Montagsdemonstrationen in der DDR, die zum Mauerfall 1989 führten. Wichtig ist aber auch, dass wir uns nicht nur an solche Geschehnisse erinnern, sondern aktiv versuchen, die Welt zu verändern und existierende Missstände zu beheben. Das Lichtfest Leipzig würdigt die bisher bereits erreichten Fortschritte in unserer Gesellschaft und macht Mut, neue Veränderungen anzustreben und aktiv dafür einzustehen – es gibt schließlich immer was zu tun!“

Douglas Victor Brown, Arrangeur

Douglas Brown arrangierte alle Werke, die beim Lichtfest erklingen, für die Besetzung des „Freien Orchesters Leipzig“. Douglas Brown, geboren 1950, stammt aus London. Nach dem Studium an der Cambridge Universität war er als Komponist, Pianist und Dozent in Coventry tätig. Ab 1979 war er drei Jahre in Pretoria, Süd-Afrika als Korrepetitor, Dirigent und Chorleiter engagiert. Nach zwei Jahren am Stadttheater Bremerhaven ging er 1985 nach Berlin als Solorepetitor bei der Deutschen Oper.

Seine erste Komposition schrieb er im Alter von 11 Jahren. Seitdem hat er viele Stücke für ganz verschiedene Besetzungen komponiert, z B. ,Caligula’, Kammeroper (1979), ,Concerto Dramatico’, eine Goethe-Kantate (1992), ,Mord um Mitternacht’ - ein musikalischer Krimi (2001), ,Der Tannenbaum’ (2014) für 4 Solostimmen und viele Stücke für Kinder u. a. ,Das Engelskonzert’ und ,Schwein gehabt!’, die auf CD erschienen sind.

Schauspielerinnen
Beate Furcht, Annett Krause, Silvia Pfändner, Maria Radomski, Heike Ronniger (v.l.)
Fotos: Christoph Meyer-Eisenarm, Steffi Henn, privat, Linda Rosa Saal

Beate Furcht, Annett Krause, Silvia Pfändner, Maria Radomski, Heike Ronniger (v.l.)

Fünf Darstellerinnen rezitieren kurze Texte, in denen der subjektive Bezug Teilhabe und Demokratie in den Mittelpunkt rückt. Als Recherchegrundlage für diese Passagen dienten Gespräche mit Zeitzeuginnen aus der Bürgerrechtsbewegung ebenso wie bereits dokumentierte Aussagen sowie die Auswertung von Stasi-Unterlagen. Daraus entstanden literarisierte „Wortfetzen“ und Textfragmente, die wahlweise als störende oder verbindende Elemente mit Musik und Video interagieren.

Künstlerische Leitung, Video, Textdramaturgie
Jürgen Meier, Claudius Nießen
Fotos: Olaf Martens, Christoph Busse

Jürgen Meier (links) lebt und arbeitet in Leipzig. Er studierte Kunst, Philosophie und Psychologie in Münster und in London. Für seine künstlerische Arbeit erhielt er mehrere Preise und Auszeichnungen. Seine Werke wurden international ausgestellt, unter anderem in San José, USA, und bei der Architekturbiennale in Venedig. Seit 2009 ist Jürgen Meier künstlerischer Leiter des Lichtfestes Leipzig. Für das Lichtfest 2018 konzipierte und arrangierte er zudem die Video-Sequenzen.

Claudius Nießen (rechts) 1980 in Aachen geboren, arbeitete er zunächst für den WDR und die Verlagsgruppe Handelsblatt. Ein Studium am Literaturinstitut war Anlass für den Umzug nach Leipzig, wo der Autor und Moderator bis heute lebt. Zuletzt erschien von ihm das Kunstbuch „Vinta“ und zusammen mit Clemens Meyer der Band „Zwei Himmelhunde“. Für das Lichtfest 2018 verantwortet Claudius Nießen die Textdramaturgie.

Musikauswahl

Susanne Hardt (*1993): Ballots’ Ballet (UA)

Für das Lichtfest Leipzig komponierte Susanne Hardt „Ballots‘ Ballet“. Das Stück wurde anlässlich von 100 Jahren Frauenwahlrecht in Europa geschrieben. Es hat einen lebhaften, tänzerischen Charakter und bedient sich einer bunten, abwechslungsreichen Klangsprache. Die Jahreszahl der Einführung des Frauenwahlrechts in den meisten EU-Ländern (u.a. Deutschland) bildet das Hauptmotiv der Komposition: 1918. Überträgt man diese Jahreszahl in Tonstufen, ergibt sich die 4-Ton-Folge, die das Stück eröffnet. Im Laufe der Komposition kehrt das Anfangsmotiv mehrfach variiert wieder – immer in Form anderer Jahreszahlen, zu denen in anderen EU-Ländern das Frauenwahlrecht eingeführt wurde (wie z. B. in Finnland 1906 oder in Island 1915). Am Ende kehrt das ursprüngliche Motiv zurück und beendet energisch den „Tanz der Stimmzettel“.

Ethel Smyth (1858–1944): „The Wreckers“, Ouvertüre und „March of the Women“

Ethel Smyth kam 1877 nach Leipzig, um Komposition zu studieren. Das Leipziger Konservatorium war damals eine der wenigen Institutionen weltweit, an denen Frauen überhaupt aufgenommen wurden. Ihre Oper „The Wreckers“ (deutsch Strandrecht) wurde 1906 am Neuen Theater Leipzig uraufgeführt. Smyth nahm sehr intensiv am Leipziger Kulturleben teil. Sie lernte Clara Schumann, Anton Rubinstein, Max Friedländer, Edvard Grieg und Johannes Brahms persönlich kennen und war mit der jüngsten Tochter von Mendelssohn, Lili, eng befreundet.

Ethel Smyths Leben war wesentlich davon geprägt, sich als Komponistin durchzusetzen und als solche Anerkennung in der Öffentlichkeit zu finden. Sie hatte den Anspruch, in ihrer Arbeit nicht als nebenher komponierende Lady, sondern als gleichwertig zu ihren männlichen Kollegen gesehen zu werden und von ihrer Arbeit zu leben. Ihre Kompositionen umfassen sinfonische Werke, Kammermusik, Chorwerke und Opern. Ihre bekannteste Oper ist „The Wreckers“. Ihr bekanntestes Werk ist allerdings „The March of Women“, das zu einer Hymne der englischen Frauenbewegung wurde. (Quelle: Wikipedia)

Fanny Hensel (geb. Mendelssohn, 1805–1847): Ouvertüre in C-Dur

Die frühesten Kompositionen, die von Fanny Hensel bekannt wurden, schrieb sie im Alter von 15 Jahren. Unter ihren weit mehr als 450 Werken – ohne skizzierte oder verschollene Werke – finden sich Kammermusikwerke, Chöre, Kantatenkompositionen, szenische Werke, Orchestermusik und ihre Lieder, der neben den Klavierwerken wichtigste Schaffensbereich Fanny Hensels, von denen sie etwa 250 verfasste. Nur ein Bruchteil davon wurde bislang veröffentlicht, die ersten hatte Felix Mendelssohn unter seinem Namen drucken lassen. (…)

Die musikwissenschaftliche Forschung hat sich seit den 1970er Jahren verstärkt Fanny Hensel zugewandt. Jedoch steht die vollständige Entdeckung, Bearbeitung, Interpretation und historisch-kritische Publikation ihrer Kompositionen und Schriften noch aus. Unter der Dirigentin und Musikjournalistin Elke Mascha Blankenburg erlebten einige der groß besetzten Werke Hensels zwischen 1984 und 1987 ihre Welturaufführung, u.a. die Ouvertüre in C-Dur durch das Clara-Schumann-Orchester unter Leitung Blankenburgs am 7. Juni 1986  in der Frankfurter Alten Oper. (Quelle: Wikipedia)

Amy Marcy Beach (geb. Cheney, 1867–1944): Gälische Sinfonie e-Moll, op. 32, 4. Satz: Allegro di molto

Die amerikanische Komponistin wuchs in einer musikalischen Familie auf und machte sich zunächst als klavierspielendes und komponierendes Wunderkind einen Namen. Die Eltern stellten sich dennoch ihrem Wunsch entgegen, an einem europäischen Konservatorium zu studieren. Stattdessen erhielt sie privaten Klavierunterricht. Nach ihrer Heirat mit einem angesehenen Arzt wurde Beach angehalten, das Konzertieren aufzugeben und eine „standesgemäße“ Rolle einzunehmen. Auch Kompositionsunterricht wurde ihr nicht mehr erlaubt, so dass sie sich autodidaktisch weiterbildete…

Sie war die erste amerikanische Frau, die eine Sinfonie schrieb und so in eine damals ausgesprochene Männerdomäne einbrach. Nach der äußerst erfolgreichen Aufführung ihrer „Gälischen Sinfonie“ (1896) durch das Boston Symphony Orchestra konnte sie sich als Komponistin zunehmend etablieren. Nach dem Tod ihres Mannes 1910 ging sie für einige Jahre nach Europa und trat u.a. in Leipzig, Hamburg und Berlin als Solistin ihres Klavierkonzerts auf. Auch ihre „Gälische Sinfonie“ wurde 1913 in Hamburg und Leipzig aufgeführt. 1914 kehrte Amy Beach in die USA zurück. Ihre Popularität als bekannteste Komponistin Amerikas nutzte sie, um jungen Frauen in den Beruf zu helfen.

Zu ihren Werken zählen neben der „Gälischen Sinfonie“ und dem Klavierkonzert in cis-Moll die Oper „Cabildo“, eine Messe, weitere Klavier- und Orchesterstücke und eine große Zahl von Liedern. (

Quellen: www.deutschlandfunkkultur.de/westfalen-classics-bahnbrechende-pionierinnen.1091.de; Wikipedia)

Alice Mary Smith (1839–1884): Sinfonie in c-Moll, 3. Satz: Allegro ma non troppo und 4. Satz: Allegro maestoso

Das Werk der englischen Komponistin Alice Smith umfasst zwei Sinfonien und mehrere Chorwerke, Streich- und Klavierquartette, Ouvertüren und eine Klarinetten-Sonate. Ihre erste Sinfonie, die Sinfonie in c-Moll, schrieb sie 1863 im Alter von 24 Jahren. Sie wurde im Entstehungsjahr von der Musical Society London uraufgeführt. In einem Nachruf schreibt The Athenaeum 1884: „Ihre Musik ist gekennzeichnet durch Eleganz und Anmut… Kraft und Energie. Ihre Formen sind immer klar, ihre Ideen frei von Exzentrizität. Ganz offensichtlich gelten ihre Sympathien mehr der Klassik als der Romantik.“ (Quelle: Wikipedia)

Moritz Eggert (*1965): Number Nine VII: Masse

Der Komponist, Pianist, Performer, Dirigent und Autor gilt als eine der vielseitigsten und abenteuerlustigsten Stimmen der zeitgenössischen Musik. Von Anfang an arbeitete er in allen musikalischen Genres. Sein Werkverzeichnis von inzwischen mehr als 250 Stücken enthält nicht nur 13 abendfüllende Opern, sondern u.a. auch mehrere Ballette und Arbeiten für Tanz- und Musiktheater, Orchestermusik, Kammermusik, Chor- und Kirchenmusik, experimentelle und elektronische Musik, Musik für Kinder und Jugendliche sowie Film- und Radiomusik u.v.m. Moritz Eggerts Musik wird weltweit aufgeführt. Mit seinen Arbeiten schreibt er stets gegen das öffentliche Image des „braven Klassikkomponisten“ an. (Quelle: www.moritzeggert.de)

Number Nine VII: Masse geht darauf zurück, dass Eggert vom Schauspieler Peter Luppa mit dem Gedanken konfrontiert wurde, es sei doch „hinausgeworfenes Geld, wenn in einem Orchesterkonzert immer nur ein paar Musiker spielten und nicht alle gleichzeitig“. Die Idee ging Eggert nicht mehr aus dem Kopf, und er stellte sich der Herausforderung, ein Orchesterstück zu schreiben, in dem alle Musiker ohne Pause spielen müssen. Der Titel des Zyklus‘ „Number Nine“ bezieht sich sowohl auf die Anzahl vollendeter Symphonien großer Komponisten (u.a. Beethoven, Dvorak, Bruckner), ist aber auch Anspielung auf „Revolution 9“ von den Beatles, einem Lieblingsstück des Komponisten.

Veranstaltungsprogramm rund um den 9. Oktober 2018

Das Programmheft gibt einen Überblick über weitere Veranstaltungen im September und Oktober, Ausstellungen, thematische Stadtrundgänge sowie über Erinnerungsorte im öffentlichen Raum.


Programm Lichtfest Leipzig 2017

Mit Talk, Jazz und Video setzte der künstlerische Leiter Jürgen Meier 2017 neue künstlerische Akzente. Die etwa einstündige Veranstaltung wurde durch Claudius Nießen, Autor und Geschäftsführer des Deutschen Literaturinstituts Leipzig, moderiert, der im Verlauf des Abends mehrere Gesprächspartner begrüßte. Gäste des Lichtfest waren der Journalist Jürgen Engert, langjähriger Leiter des ARD-Hauptstadtstudios in Berlin und Moderator des Magazins Kontraste, Juliane von Reppert-Bismarck, Journalistin und Gründerin der Organisation Lie Detectors, Filmemacherin Anke Ertner, deren Dokumentarfilm Generation ’89 – Erwachsenwerden im Wendejahr mehrfach ausgezeichnet wurde, sowie Dr. Lutz Kinkel, Geschäftsführer des Europäischen Zentrums für Presse- und Medienfreiheit in Leipzig.

Eingefasst wurden die Gespräche von aktuellen und historischen Foto- und Videoaufnahmen sowie von mehreren Komparsen, deren Aktionen und Bewegungen die emotionale Aufladung und Polarisierung in Wort und Bild von ‘89 bis heute zeigten. Nicht weniger emotional waren die eigens hierfür arrangierten Kompositionen des Stephan König Jazz-Quartetts.


Programm Lichtfest Leipzig 2016

Leipzig erinnert an den 9. Oktober 1989

Nach dem Friedensgebet und der Rede zur Demokratie in der Nikolaikirche beschließt das Lichtfest Leipzig am 9. Oktober 2016 emotional den Tag. Auf dem historischen Versammlungsort von 1989, dem Augustusplatz, gestalten Schauspieler Sylvester Groth, Musiker Mike Dietrich und Chefchoreograf Mario Schröder mit dem Leipziger Ballett ein knapp einstündiges Bühnenprogramm, das unter der künstlerischen Leitung von Jürgen Meier Text, Musik, Tanz, Foto und Video zu einer vielschichtigen Performance verwebt.

Sylvester Groth verkörpert den Visionär, den Weltbürger. Vorwärtsdrängend und selbstsicher auf der einen Seite, kritisch und nachdenklich auf der anderen, bringt er die großen Themen des Abends mit Hilfe aktueller Texte und historischer Zitate von Kant bis Kennedy auf die Agenda. Sylvester Groth schlüpft dafür symbolisch in die Rolle eines Coaches, dessen unmittelbares Gegenüber die Menschen auf dem Augustusplatz bilden. Ebenfalls mit ihm in beständigem Austausch agieren die Tänzerinnen und Tänzer des Leipziger Balletts. Mal zustimmend, mal ablehnend, bewegen sie sich zwischen Aufbruch und Erstarrung, Zukunft und Vergangenheit.

Ballettdirektor Mario Schröder bezieht für die Dramaturgie choreografische Elemente aus Mendelssohns "Lobgesang", einer Hymne an die Aufklärung, ein. Der Leipziger Musiker Mike Dietrich, der für das Lichtfest eine Soundcollage aus klassischen und zeitgenössischen Elementen entwickelt hat, steuert das musikalische Geschehen des Abends.

Historische Foto- und Videoaufnahmen, verwoben mit Dokumenten des aktuellen Zeitgeschehens, begleiten die Inszenierung auf verschiedenen großen Leinwänden im Hintergrund. Die von Jürgen Meier in einer Gesamtdramaturgie zusammengestellten Szenen und Bilder verstärken und unterstützen das Bühnengeschehen und erzeugen zudem weitere Bedeutungsebenen.

Konzipiert und umgesetzt wird das Lichtfest von der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH.


Programm Lichtfest Leipzig 2015

"Freiheit - Gleichheit - Brüderlichkeit?"

Nach der Jubiläumsausgabe auf dem gesamten Innenstadtring ist das Lichtfest Leipzig am 9. Oktober 2015 thematisch neue Wege gegangen: Während in den vergangenen Jahren die östlichen Nachbarländer und ihre Demokratiebewegungen im Fokus standen, richtete sich der Blick nun auf zivilgesellschaftliche Aspekte. "Freiheit – Gleichheit – Brüderlichkeit?" lautete das Motto in diesem Jahr. Die Identität des Einzelnen im einst geteilten und seit 25 Jahren wieder geeinten Deutschland war gedanklicher Ausgangspunkt des Programms auf dem Augustusplatz.

Die Leipzig Tourismus und Marketing GmbH und der künstlerische Leiter des Lichtfestes, Jürgen Meier, haben für die Umsetzung prominente Mitstreiter gewinnen können: Der Schauspieler Florian Lukas schlüpfte stellvertretend in die Rolle derer, die zurückblicken. Vor dem Hintergrund historischen Ton- und Bildmaterials las er literarische Sequenzen. Aktuelle Bezüge steltlen die von der Journalistin und TV-Moderatorin Pinar Atalay vorgetragenen Nachrichten her. Die dritte Komponente des Abends bildete der Chor der Oper Leipzig. Als musikalisches "Wir" repräsentierte er die Gesellschaft und schuf ein Gegengewicht zu persönlicher Rückschau und schnelllebigen Nachrichten. Im Zusammen- und Wechselspiel von historischen und aktuellen Bildern, Texten und Musik entstand ein spannungsreiches Panorama.

Den ganzen Abend waren die Besucher des Lichtfestes natürlich wie auch in den Jahren zuvor herzlich eingeladen, aus Tausenden Kerzen eine leuchtende "89" zu bilden.

Veranstalter: Leipzig Tourismus und Marketing GmbH


Programm Lichtfest Leipzig 2014

16 unterschiedliche Lichtinstallationen konnten im Jahr 2014 bewundert werden. Eine genaue Auflistung finden Sie auf der Unterseite: Lichtfestprojekte 2014